Sonntag, 22. Januar 2017

DIY: Deocreme mit Lavendel- oder Rosmarinduft

Hi zusammen,

wie Ihr wisst, bin ich ja echter Fan von Deocremes und verwende sie, seit ich sie entdeckt habe, auch regelmäßig. Meine diversen Posts dazu könnt Ihr in den Rubriken "Wolkenseifen" und "Ponyhütchen" nachlesen. Ich mag beide Marken sehr gerne, wobei die Konsistenz bei Wolkenseifen etwas fester und die Entnahme so für mich leichter zu steuern ist, da verbrauche ich weniger. In der Deowirkung sind aber beide Marken sehr zuverlässig.

Nun sind die Deocremes ja nicht so günstig mit 8-9 Euro pro kleiner Größe PLUS Versandkosten. Damit es sich lohnt, bestelle ich dann immer gleich 2 oder 3 (bei Wolkenseifen) oder wie neulich bei dem Ponyhütchen-Produkt, was ich ja bei Talea bestellt habe, andere Dinge dazu, damit sich der Preis relativiert. Da man nur wenig braucht, bin ich durchaus bereit, diesen Preis auch zu zahlen. 

Dennoch habe ich mich gefragt, ob man das nicht auch selbst einfach herstellen kann, zumal ich beim Querlesen zum Thema irgendwann auch mal "Rezepte" sah. Als ich mir dann die Zutaten für ein solches Deo mal näher angesehen habe, konnte ich sogar sofort loslegen, denn ich habe alles, was man dafür braucht, sowieso im Haus.


Natron und Speisestärke solltet Ihr für ganz kleines Geld in jedem Supermarkt erhalten können, Kokosöl gibt es z.B. bei Rossmann oder dm, Ätherische Öle gibt es z.B. auch bei dm von profissimo oder auch in Apotheken, Online, diversen Ladengeschäften, die Naturkosmetik vertreiben sowie auch im Reformhaus (glaube ich).

Also wurde fleißig gerührt und ich war irre gespannt, ob meine Cremes zum einen die gewünschte Konsistenz erhalten und zum anderen, ob sie auch zuverlässig Schweißgeruch verhindern. Ich wusste zwar, dass das Natron dasjenige Produkt ist, was gerade den Geruch verhindert, aber trotzdem war ich etwas skeptisch, wenn man einfach mal so macht, denn im Netz gibt es einige Rezepturen und jedes ist etwas anders. Ich habe mir dann so mein eigenes Rezept gebastelt, da ich gemerkt habe, dass man vom Öl doch mind. 10 gute Tropfen braucht, da die Deocreme sonst recht kokoslastig riecht, was ich nicht so mag. 

Zutaten
3 TL Bio-Kokosöl (von sehr preiswertem Kokosfett aus dem Supermarkt rate ich ab)
2 TL Speisestärke
2 TL Natronpulver
ca. 10-12 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl (von synthetischen Ölen rate ich ab)

Vorbereitung
Falls Ihr selbst Deocreme verwendet, ist Euch vielleicht schon die leicht körnige Konsistenz der Creme aufgefallen, die man beim Verreiben spürt. Das kommt vom Natronpulver. Das im Handel in den kleinen Päckchen enthaltene Natron soll grobkörnig sein. Um es etwas feiner zu mahlen, kann man das mittels eines Mörsers machen. Falls man einen Mörser hat, zermahlt man das Pulver einfach damit - ich habe keinen, aber ich habe einen Rührstab für Cocktails aus Glas, der unten eine kleine Kugel hat, damit ging es genauso gut. Letztlich wird es auch mit der Rückseite eines Löffels o.ä. funktionieren. Das nun feiner gemahlene Natron wird mit der Speisestärke gut vermischt.

So wird es gemacht
Das Kokosöl wird im Wasserbad geschmolzen. Man muss darauf achten, dass das geschmolzene Öl nicht mehr als 50 Grad Temperatur zum Zusammenrühren mit den anderen Zutaten hat, sonst erhält man wohl Soda, was NICHT als kosmetisches Mittel einsetzbar ist, sondern dann zum sogenannten Waschsoda wird, was man zum Reinigen und Putzen verwendet. Da ich kein Thermometer habe, habe ich das geschmolzene Öl (bei mittlerer Temperatur und sobald es schmilzt drehe ich den Herd sofort runter und rühre, das Öl ist danach sehr schnell flüssig) nach dem Schmelzvorgang sofort aus dem Wasserbad genommen und ca. 30 sec abkühlen lassen. 

Das nun flüssige Kokosöl habe ich anschließend gut mit dem Natron-Speisestärke-Gemisch verrührt, allerdings habe ich das Öl nur langsam dazu gegeben und immer erst einmal gerührt, damit es nicht zu flüssig wird. Bei den oben erwähnten Mengenangaben erhält man eine Konsistenz, die genau richtig ist. Solltet ihr merken, dass es zu flüssig wird, einfach noch etwas Speisestärke hinzufügen. Dann das ätherische Öl hinzugeben. Ich habe Lavendel und Rosmarin verwendet. Auch das wird wieder alles gut verrührt und in einen kleinen Behälter gefüllt. Ich hatte noch die kleinen Cremedöschen von Balea, da passt die oben angegebene Menge genau rein, was reiner Zufall war :). Die Konsistenz am Ende sollte in etwa wie ein etwas zu flüssiger Brei sein oder auch wie Sirup, der nicht ganz so zäh und dickflüssig ist. 

Nach dem Abfüllen habe ich das offene Döschen erst einmal bei Zimmertemperatur ca. 2 Stunden stehen lassen. Später dann über Nacht in den Kühlschrank gestellt und morgens wieder herausgenommen. Die Konsistenz der Deocreme ist dann genau richtig, nicht zu fest und man kann sie gut entnehmen (ich mache das immer mit einem Löffelchen, was ich nur dafür verwende). Es könnte übrigens sein, dass die Deocreme in der wärmeren Jahreszeit schmilzt und flüssiger wird, darauf weist z.B. auch Wolkenseifen hin, allerdings hatte ich mit deren Deocremes immer Glück, selbst über 20 Grad blieben sie fest. Falls sie aber flüssig werden, einfach in den Kühlschrank stellen, sie werden wieder hart und büßen auch qualitativ an der Wirkungsweise nichts ein. 

Fertig ausgehärtet sieht die Deocreme dann so aus:





Man kann noch Sheabutter für eine pflegendere Wirkung hinzufügen und auch noch andere Dinge, aber ich komme mit der Grundrezeptur zurecht. Natürlich ginge es auch ohne Duftöl-Zugabe, falls jemand so etwas nicht verwenden möchte oder Angst vor Hautreizungen hat, aber mir macht das nichts aus. 

Wer nun denkt, dass die Deocreme aufgrund des Kokosöls Fettflecken unten den Armen bzw. in der Kleidung hinterlässt, irrt. Es bleiben keine Rückstände in der Kleidung, die Haut nimmt eine kleine Menge der Creme sofort gut auf. 

Ich freue mich, dass ich nun eine sehr günstige und vor allem auch funktionierende Alternative gefunden habe. Trotzdem werde ich sicher mal wieder Deocreme bestellen, denn ich mag die Düfte von Wolkenseifen so gerne, die schon recht speziell sind und von Ponyhütchen mag ich den Grapefruit-Duft total und gerade da gibt es so verschiedene Varianten an Ölen (habe online mal gesucht), dass ich vermutlich nicht das Original finden würde.

Könnt Ihr Euch vorstellen, falls Ihr auch Deocremes gerne verwendet, sie selbst herzustellen? Es ist wirklich kinderleicht und Spaß hat es auch noch gemacht :)

Ich finde sowas auch immer toll zum Verschenken, ein hübsches Döschen mit einem schönen Label oder eben eine leere Cremedose, die man z.B. mit Washi Tape überkleben kann...da gibt es ja viele, kreative Möglichkeiten. 

Liebe Grüße
Andrea



Kommentare:

  1. Liebe Andrea,
    danke für das tolle Rezept, werde ich definitiv ausprobieren.
    Wie lange hält sich die Deocreme denn?
    Liebste Grüße
    Sassi

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    1. Hi Sassi, das freut mich sehr, dass Dir das Rezept gefällt und Du es auch probieren möchtest. Kokosöl ist für seine antibakterielle Wirkung u.a. bekannt, ich denke, dass Du die Creme durchaus 3-4 Monate verwenden kannst, ich habe sie nun im Badschrank stehen, da ist es nicht zu warm bzw. nur phasenweise mal wärmer. Allerdings würde ich sie an Deiner Stelle dann aber auch, wenn Du sie fertig hast, durchgehend verwenden, bis sie halt alle ist. Sollte Dir die Menge zu viel sein, kannst Du auch von allem einfach die Hälfte nehmen und erst mal testen und wenn es für Dich so passt, kannst Du ja jederzeit neue Deocreme herstellen, der Aufwand ist wirklich minimal. Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag

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  2. Vielen Dank für das Rezept! Bislang bin ich nur auf Rezepte und Produkte mit Sheabutter gestoßen, sodass ich bis heute keine Deocremes ausprobieren konnte. Kokosöl wäre für mich die Rettung! Also sollte ich irgendwann wieder Kokosöl im Haus haben, wird es mal ausprobiert :) Grad hab ich leider nur flüssigere Öle im Haus, sodass das ne gute Weile dauern kann.
    Wie dick sollte die Konsistenz etwa sein? Wie viel Gramm hast du etwa damit angerührt und wie lange hält so eine Portion etwa? Lagerst du das im Schrank oder im Kühlschrank? Ich hab leider keine Erfahrungen mit gekauften Produkten dieser Art.

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    1. Wie dick die Konsistenz sein sollte, steht im Beitrag. Abgewogen habe ich nichts. Die Teelöffel waren alle gestrichen, also nicht gehäuft und ich denke, man kann die Deocreme ruhig 3-4 Monate relativ kühl und dunkel gelagert aufbewahren. Da wird nix mit passieren, ansonsten nur die Hälfte anrühren, dann haste ja auch weniger. Im Kühlschrank würde ich sie dauerhaft nicht lagern, weil sie dann recht hart wird. Kühl in der Wohnung ist okay, dann kann man sie gut mit einem Löffelchen oder Spatel entnehmen. LG

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    2. Dank dir! Na mir gings nicht um die genaue Zahl, aber ich kann nicht sehen was für eine Dose du verwendet hast. Sind das eher 20 oder 100g? Ich hab den Beitrag mal zum Weiterleiten gespeichert, danke :)

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    3. Die Döschen haben 30 ml, hab gerade im Netz recherchiert. LG

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  3. Was für eine schöne Idee! Danke für das Rezept Andrea :)
    Habe ebenfalls alles dafür daheim, werde das Deo ganz bestimmt einmal nachrühren.

    Liebe Grüße <3

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    1. Prima, das freut mich :) Hab noch einen schönen Sonntag! <3

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  4. Tolle Sache, ich möchte schon lange damit beginnen, meine Kosmetik selbst herzustellen, z.B. auch Deocreme, allerdings habe ich einfach bisher noch nicht die Zeit dazu gehabt.. Aber dein Rezept ist nochmal ein super Ansporn für mich :) Liebe Grüße!

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    1. Das freut mich, Mona, lass mich gern wissen, wenn Du mal selbst etwas fabriziert hast, mich interessant das Thema auch sehr :) Liebe Grüße zurück

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    2. Liebe Andrea, da dich das Thema ja auch interessiert, hier mal der Link, auf den ich mich beziehen werde, wenn ich mal selbst etwas herstellen möchte. Mich interessieren besonders de Gesichtspflegesachen etc, vielleicht inspiriert dich dort ja auch etwas :)

      https://spinnrad.de/de/Rezepte.html

      Liebe Grüße!

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    3. Danke liebe Mona, da werde ich gleich mal gucken :) Spinnrad gab es übrigens als Ladengeschaft hier in Köln viele Jahre, aber scheinbar hatte es sich nicht mehr rentiert, ich war früher schon öfter dort und habe mir so Döschen gekauft oder auch mal ein ätherisches Öl. Liebe Grüße zurück

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  5. Ich habe bis jetzt nur Deo-Sprays verwendet. Dein Rezept regt mich zum Nachmachen und Ausprobieren an.

    Viele Grüße

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    1. Prima, lass mich gern wissen, wenn Du es ausprobiert hast. Für den Fall, dass Du es nicht weißt: Diese Deocremes vermeiden nicht das Schwitzen an sich, feuchte Achseln kann man dennoch bekommen, aber sie schützen sehr zuverlässig vor Schweißgeruch. Ansonsten hilft nur ein Anti-Transpirant, da werden quasi die Schweißdrüsen durch Aluminiumsalze verengt und die Achseln bleiben weitestgehend trocken und Geruch entsteht auch nicht unbedingt. LG

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  6. Toller Post! Muss ich echt mal ausprobieren - ist ja auch eine tolle Geschenkidee!
    Hättest du eventuell Lust auf gegenseitiges Folgen via GFC? Dein Blog gefällt mir echt super gut :)) Lass es mich einfach wissen:)
    Allerliebste Grüße, Rahel - www.justrahel.blogspot.com

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    1. Stimmt, zum Verschenken eignet sich sowas auch immer gut :) Vielen Dank für Dein Angebot des gegenseitigen Folgens, aber ich bitte um Verständnis, dass ich sowas nicht sonderlich mag und ich auch nicht möchte, dass man mir zwangsweise folgt, das sollte jeder frei handhaben. Hoffe, das ist in Ordnung für Dich. Liebe Grüße zurück

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  7. Wow, wie kreativ Du bist liebe Andrea. Eine tolle Anleitung, ich wusste nicht dass man sich sein Deo selbst herstellen kann. Hach ich bin etwas zu faul dazu muss ich ehrlich zugeben. Außerdem komme ich mit aluminiumfreien Varianten nicht zurecht, ich brauche einfach diese schweißhemmende Wirkung bei der Arbeit. Aber Kokosöl nehme ich sehr gerne für die Haare. Wunderbar duftend und sehr pflegend.
    Liebe Grüße
    Marion

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    1. Ach was, Marion :) viel weiter her ist es mit meinen Künsten nicht, was DIY im Beautybereich angeht, aber lieben Dank! Das Zeug ist ruckzuck zusammengerührt, also minimaler Zeitaufwand, allerdings verstehe ich, dass Du etwas Schweißhemmendes brauchst, zumal das ja gerade in Deinem Beruf auch eher unangenehm wäre, wenn das Deodorant da nicht zuverlässig schützt, denn Schweißflecken sehen dann doch schon bissel "ungepflegt" aus, auch, wenn niemand dafür kann. Kokosöl ist echt ein Allrounder, für die Haare soll es prima funktionieren, das habe ich auch schon häufiger gehört. Liebe Grüße zurück

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  8. ui, das ist ja mal eine Idee! Wird sicherlich früher oder später ausprobiert! Ich bin immer noch auf der Suche nach einer etwas günstigeren und leichter erhältlichen Deocreme als die von Wolkenseifen, die ich auch super gern mag.
    Viele Grüße,
    Ellen
    https://wordpress.com/post/schoenmalsogedacht.wordpress.com/83

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    1. Dann hast Du hier hoffentlich jetzt eine sehr günstige Alternative gefunden. Bei mir wirken meine selbstgemachten Deocremes genauso gut wie die gekauften. Trotzdem werde ich mir immer wieder mal eine gekaufte Creme gönnen, weil mir die Düfte so gut gefallen und manche recht speziell sind. Lieben Dank für Deinen Kommentar und viele Grüße zurück

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